Wolfsburger Kaderplanungen

30. Mai 2011 at 21:29

Die vergangene 1. Bundesliga-Saison kann man für die Wölfe nur als Katastrophe bezeichnen. Trotz eines Kaders voll namhafter Spieler und millionenschwerer Neuzugänge konnten Steve McClaren wie auch sein Nachfolger Pierre Littbarski aus dem Team nicht das Beste herausholen, und selbst der zurückgekehrte Meistertrainer Felix Magath konnte die Wölfe zwar vor dem drohenden Abstieg retten, musste sich letzten Endes aber mit Platz 15 begnügen. Damit wurde zwar die große Katastrophe 2. Bundesliga abgewendet, doch angesichts des Meistertitels, den man noch vor zwei Jahren mit Magath holte, ist das Abschneiden so knapp über den Abstiegsrängen keineswegs Grund zur Zufriedenheit, insbesondere angesichts der Gelder, die in einen Kader gesteckt wurden, der in der Saison 2010/11 fast durch die Bank hinter den Erwartungen zurückblieb.

Den Fans fehlte vor allem die Spielfreude bei ihren Lieblingen. Selten machte es richtig Spaß, den Wölfen beim Spielen zuzusehen. Auch Hoffnungsträger wie Simon Kjaer oder Diego konnten die an sie gestellten Erwartungen selten erfüllen und Fünf-Millionen Euro-Einkauf Patrick Helmes enttäuschte auf ganzer Linie. Für den VfL heißt es nun mit Hochdruck am Kader für die kommende Bundesliga-Saison feilen, um ein weiteres Debakel wie in der zurückliegenden Spielzeit zu verhindern.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Gerüchteküche rund um Patrick Helmes brodelt. Erst im Winter kam er als Dzeko-Ersatz nach Wolfsburg, doch in seinen acht Einsätzen für die Wölfe erzielte er nur ein einziges Tor. Zu wenig für unseren Trainer: „Er hat zweimal von Beginn an gespielt, beide Male war es einfach zu wenig. So macht es keinen Sinn“, sagte Magath dem Kicker. Ob der Stürmer in der kommenden Saison noch im VfL-Trikot auflaufen wird, ist noch offen. Interesse bekundete jedenfalls schon einmal Köln-Präsident Wolfgang Overath. Da die Kölner für Helmes tief in die Tasche greifen müssten, wird außerdem über ein Tauschgeschäft von Helmes im Wechsel für Serdar Kesimal spekuliert. Der Deutschtürke ist derzeit vom FC an den türkischen Erstligisten Kayserispor ausgeliehen.

Ebenso eifrig diskutiert wird die Personalie Diego. Unser Coach dementierte vergangene Woche Gerüchte, wonach der Brasilianer nach seiner Arbeitsverweigerung bei der Partie in Hoffenheim in der vierten Liga für die VfL-Reserve spielen müsse. Auch eine eigenmächtige Urlaubsverlängerung Diegos gebe es nicht. „Diego ist zum ersten Training wieder da. Er wird am 23. Juni in Wolfsburg sein“, stellte sein PR-Berater gegenüber der „WAZ“ klar. Dennoch ist weiter unklar, ob Diego unter Magath überhaupt eine Zukunft in Wolfsburg hat.

Auch Grafite, dem in der vergangenen Saison lediglich zwei Treffer gelangen, trägt sich Gerüchten zufolge mit Abwanderungsgedanken. Der Brasilianer konnte im Sturm mit Neuzugang Mario Mandzukic nicht mehr mithalten und wird außerdem in Form von Neuverpflichtung Srdjan Lakic vom 1. FC Kaiserslautern in der kommenden Saisoneinen weiteren Konkurrenten um einen Stammplatz bekommen.

Neben Lakic ist mit Patrick Ochs von Eintracht Frankfurt außerdem ein weiterer erfahrener Bundesliga-Profi als Neuzugang bestätigt. Sollte man auf Diego verzichten, müsste außerdem Ersatz im offensiven Mittelfeld her, ebenso wie Verstärkung für die Außenpositionen und ein neuer Innenverteidiger.

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Transferchaos bei den Wölfen

5. Mai 2011 at 12:39

Nach zwei Siegen in Serie steht der VfL Wolfsburg auf dem ersten Nichtabstiegsrang und hat den Klassenerhalt wieder selbst in der Hand. Doch für die kommende Saison gibt es viele Fragezeichen – besonders in Sachen Kaderplanung. Interesse anderer Vereine sorgt für Unruhe im Umfeld des Vereins.

Die Verantwortlichen des VfL Wolfsburg können wieder durchatmen. Am Ende der Bundesligasaison könnten die Wölfe doch mit einem blauen Auge davon kommen. Nach zuletzt zwei Siegen in Folge stehen die Niedersachsen auf dem rettenden 15. Tabellenplatz, und die aktuellen Sportwetten versprechen den Wölfen gute Aussichten darauf, in den kommenden Partien wichtige Punkte zu machen und den Absturz abzuwenden. Doch die Kaderplanung für die kommende Saison sorgt für Unruhe – zwei entscheidende Akteure aus dem Meisterkader von 2009 stehen im Fokus anderer Vereine.

Vor kurzem erst hatte der russische Erstligist Dinamo Moskau sein Interesse an unserem Trainer bekundet. Obgleich dieser den Russen einen Korb erteilt und beteuert hatte, dass er sich in Wolfsburg wohl fühle, heißt es, dass die Verantwortlichen nach Saisonende erneut bei Felix Magath anfragen wollen. Doch damit nicht genug: Sorge bereitet den VfL-Verantwortlichen außerdem, dass die Russen nun auch am Kapitän der Meistermannschaft von 2009, Josué, interessiert sind. Laut „Wolfsburger Allgemeine“ hat der Brasilianer in der Vorwoche ein Angebot von Dinamo erhalten und auch ersten Telefonkontakt zwischen dem Mittelfeldakteur und dem Klub soll es bereits gegeben haben.

Auch ein weiterer wichtiger Meistermacher soll im Ausland begehrt sein. Laut der brasilianischen Zeitung „O Dia“ ist Flamengo Rio de Janeiro an Grafite interessiert. Wunschkandidat bei dem brasilianischen Top-Club ist Vagner Love von ZSKA Moskau, sollte der allerdings zu teuer werden, werde man dem Brasilianer ein Angebot unterbreiten.

Einen weiteren Brasilianer wird man hingegen laut „Wolfsburger Allgemeine“ ziehen lassen: Leihgabe Cicero von Tombense Tuebol kam mit einer Kaufoption zu den Wölfen – die diese allerdings laut dem Blatt nicht nutzen wollen. Eine Rückkehr des Südamerikaners in seine Heimat scheint daher nicht unwahrscheinlich.

Klar ist hingegen bereits die Zukunft von Karim Ziani. Der Algerier war seit Saisonbeginn an den türkischen Erstligisten Kayserispor ausgeliehen und wird fortan dauerhaft der 1. Bundesliga den Rücken kehren. Die Türken zogen die Kaufoption und Ziani unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag, wie der Verein vermeldete.

Ebenfalls nicht mehr mit den Wölfen spielen wird Dieudonné Mbokani, der vom AS Monaco ausgeliehen war. Wie unser Trainer bestätigte wird man die Kaufoption für den Kongolesen, der seit seiner Ankunft in der Winterpause kein Tor erzielt und keine Vorlage gegeben hatte, nicht ziehen. Er werde auch für den Rest der Saison schon nicht mehr am Training mit den Wölfen teilnehmen, so Magath.

Unentschieden im Abstiegsduell

20. April 2011 at 19:29

Auch gegen den Tabellensiebzehnten St. Pauli gelang den Wölfen nur mit Mühe ein 2:2 und sie warten weiterhin vergebens auf den ersten Sieg unter Magath. Für beide Vereine wird es im Abstiegskampf langsam eng – es droht die 2. Bundesliga.

Im Vorfeld des Duells zwischen Tabellensechszehntem und Tabellensiebzehntem waren die Voraussetzungen relativ unterschiedlich. St. Pauli-Trainer Holger Stanislawski hatte unter Tränen seinen Rücktritt nach 18 Jahren bei den Hamburgern angekündigt und die gerührten Spieler versprachen „Stani“ den Klassenerhalt als Abschiedsgeschenk. In Wolfsburg hingegen attestierte der neue Trainer seinem Team mit dem berühmten Magath-Charme, sie seien „nicht unbedingt für den Klassenerhalt zusammengestellt“ und brummte den Spielern erst mal eine harte Trainingswoche auf.

Doch das Trainingslager schien keine Früchte zu tragen. Auch durch intensive Vorbereitung fand die Mannschaft nicht zur vermissten Spielfreude und Leichtigkeit zurück. Stattdessen dominierten die Hamburger die ersten 45 Minuten und hatten zahlreiche Torchancen. Glück verhalf den Wölfen am Ende der ersten Halbzeit zum Führungstreffer von Mario Mandzukic (39. Minute). Doch auch dieser konnte der Heimelf nicht mehr Sicherheit geben.

Stattdessen drehte der FC St.Pauli die Partie in der zweiten Hälfte mit Deniz Takyis Tor (61.) und Matthias Lehmanns Treffer (77.) zum 2:1. Doch auch die Stanislawski-Elf zeigte sich nicht von ihrer besten Seite und musste schließlich noch den Ausgleich hinnehmen. Allein das Kopfballtor von Reservist Jan Polak kurz vor dem Schlusspfiff bewahrte die Wölfe vor einer bitteren Niederlage im Abstiegskampf. Das Unentschieden hilft weder ihnen, noch den St. Paulianern groß weiter. Wolfsburg bleibt auf dem Relegationsplatz, St. Pauli bleibt punktgleich einen Platz dahinter.

Und Magath, der als großer Retter dort wieder anknüpfen sollte, wo er mit dem Gewinn der Meisterschaft in Wolfsburg aufgehört hatte, wartet vergebens auf seinen ersten Sieg an der alten Schaffensstätte. Mit dem glücklichen Remis kann der Coach leben: „Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, mit dem Spiel aber selbstverständlich nicht. Wir haben wieder mal nicht das gezeigt, was man im Abstiegskampf braucht.“ Besonders monierte er den Egoismus und den fehlenden Mannschaftsgeist in der Truppe: „Wir haben zu viele Spieler, die selbst gute Leistungen abliefern wollen, ohne auf die Mitspieler zu achten. So laufen wir Gefahr, am Ende bestenfalls den Relegationsplatz zu erreichen“, schimpfte der Coach. Die Auswechslung von Diego in der 72. Minute deutet darauf hin, dass Magath damit unseren Torjäger gemeint hat.

Am kommenden Sonntag könnte unser neuer Coach endlich seinen ersten Sieg geschenkt bekommen. Wenn der 1. FC Köln in Wolfsburg gastiert, haben die Wölfe aktuellen Sportwetten zufolge gute Chancen, Punkte zu machen.

Diego befürwortet Magath-Rückkehr

24. März 2011 at 16:10

Nach dem spektakulären Transfer von unserem Star-Kicker Diego im vergangenen Sommer muss sich dieser mit den Wölfen nun einer für ihn ungewohnten Situation stellen: dem Abstiegskampf. Jetzt äußerte sich der Brasilianer zur Krise und zum Neuanfang mit Felix Magath.


Als Diego im Vorjahr von Juventus nach Wolfsburg kam, hatte er wohl im Sinn, mit seiner neuen Mannschaft um die Europapokalplätze und den DFB Pokal zu spielen, stattdessen befinden sich die Wölfe nun mit Platz 17 auf einem Abstiegsplatz – sicher nicht das, was sich der Star für seine Rückkehr in die Bundesliga vorgestellt hatte. Im Gespräch mit der Zeitung «Die Welt» erklärte der 26-Jährige nun, warum die Situation schwierig für ihn ist: „In den vergangenen Monaten hat nichts funktioniert, derzeit ist es sehr schwierig für uns.“ Trotzdem will er zu seinem Club stehen, bei dem er einen Vertrag bis 2014 hat. „Der Klub will langfristig viel erreichen und hat eine sehr gute Perspektive“, ist Diego überzeugt vom Potenzial der Wölfe.


Diego hat auch eine Erklärung dafür, warum es beim Deutschen Meister von 2009 so schlagartig bergab ging: „Die Kombination aus unserem ehemaligen Trainer Steve McClaren und der Mannschaft hat offenbar nicht funktioniert.“ Er will dabei die Schuld keineswegs an den Coach abtreten, sondern nimmt auch sich selbst und seine Mannschafts-Kollegen von der Kritik nicht aus: „Wir tragen alle zusammen die Verantwortung für unsere missliche Lage.“


Die Rückkehr Felix Magaths sieht der Star als ein positives Zeichen für einen Wechsel. „Für mich persönlich ist der Trainerwechsel gut. Um erfolgreich zu sein, musst du etwas riskieren. Wir waren nicht erfolgreich, also wurde etwas verändert“, erklärt er. Schon bis zum Saisonende erhofft sich Diego eine Veränderung: „Wir haben viele Siege verschenkt, das wird uns in der Endphase der Saison nicht mehr passieren.“ Dazu will er auch selbst beitragen. Nach seiner eigenen Einschätzung schöpft er sein Potenzial bei den Wölfen noch nicht aus: „Ich kann noch viel mehr für die Mannschaft machen, meine glänzende Form habe ich noch nicht gefunden“, gesteht er. Dass er mehr kann, weiß er. Sein Ziel ist, formmäßig wieder dort anzugelangen, wo er 2009 vor seinem Wechsel aus der 1. Bundesliga nach Italien stand: „Wenn ich die Form kriege, die ich damals bei Werder Bremen hatte, kann sich hier etwas entwickeln“, hoffte der Spielmacher.


Für die verbleibenden sieben Spieltage gibt es für Diego und die Wölfe wohl oder übel nur ein Ziel: den Klassenverbleib. „Mit 38 Punkten können wir meiner Meinung nach aus eigener Kraft in der Liga bleiben“, ist er überzeugt. „Wenn wir in der Bundesliga bleiben, können wir uns für die nächste Saison ganz andere Ziele setzen. Bis dahin ist jeder Sieg wichtig“, erklärte Diego.


Sollte tatsächlich der Abstieg in die Zweitklassigkeit erfolgen, hält sich Diego, was seine Pläne angeht, bedeckt – und macht eine Entscheidung auch von den Plänen des Vereins abhängig. „Ich kenne die Pläne des VfL nicht genau, und denke darüber derzeit auch nicht nach, denn das wäre nicht korrekt.“ Gerüchte, er werde zurück nach Brasilien wechseln, dementierte der Südamerikaner jedenfalls. Zunächst steht für ihn fest: „Ich möchte meinen Vertrag beim VfL erfüllen.“

Wölfe ohne Gegenwehr

7. März 2011 at 18:31

Enttäuschung bei Dieter Hoeneß: Statt den Abstiegskampf aufzunehmen und sich dem drohenden Absturz in die Zweitklassigkeit entgegenzusetzen, ließen die harmlosen Wölfe den Leverkusenern am Wochenende leichtes Spiel. Die siegten 3:0 Bayer Leverkusen und rückten am Samstagabend wieder auf Platz zwei der Bundesliga-Tabelle vorgerückt.

„In den letzten zwei Wochen hatte ich das Gefühl, die Mannschaft hat begriffen, um was es geht. Heute hatte ich nicht den Eindruck“, ärgerte sich unser Manager nach der Niederlage in der BayArena. „Über 90 Minuten müssen wir uns fast nichts vorwerfen, aber in den entscheidenden Momenten haben wir fast überheblich gespielt. Das können wir uns überhaupt nicht leisten, das ärgert mich.“

Tatsächlich war die Heynckes-Elf im heimischen Stadion kaum auf Gegenwehr gestoßen. „Wir können es uns nicht leisten, im Abstiegskampf Spiele so herzuschenken“, schimpfte Hoeneß. Der war mit dem Einsatz seiner Jungs nicht zufrieden. „Dieses Spiel musst du nicht verlieren. Das Ergebnis spiegelt das Spiel nicht wieder, wir waren zu leichtfertig.“

Mühelos konnten Sven Bender (21. Minute), Renato Augusto (29.) und Stefan Kießling (45.) gegen die gewohnt auswärtsschwachen Wölfe ihre Treffer machen. Die Wolfsburger Defensive hatte keine Chance. „Es hat an allen Ecken gefehlt», sagte Arne Friedrich sichtlich niedergeschlagen. «Das war eine katastrophale Leistung.“ Auf dem Spiel steht hierbei auch der Verbleib in der 1. Bundesliga.

Während Bayer sich nun über den zweiten Platz freuen darf, schweben die Wölfe mit nur einem Punkt Abstand auf den Relegationsplatz in akuter Abstiegsgefahr. Trotz des Damoklesschwerts, das über den Köpfen unserer Jungs hängt, blieb echter Kampfesgeist zu vermissen. Das sah auch Marcel Schäfer so: „Man hat nicht gemerkt, dass wir kämpfen bis zum Umfallen.“

Nachdem es zuletzt unter Littbarski in Freiburg und gegen Mönchengladbach wieder etwas bergauf gegangen war, fehlte es an diesem Spieltag an Chancen, und die wenigen, die es gab, wurden nicht verwertet. „Wir haben den Anfängerfehler gemacht, Fußball spielen zu wollen und nicht den Kampf gegen den Abstieg anzunehmen“, sagte „Litti“. „Durch einfache und taktische Fehler haben wir einen Rückschritt gemacht.“

Nun läuft unseren Jungs im Abstiegskampf langsam die Zeit davon. Lediglich neun Spieltage verbleiben noch, um die Saison zu retten, und den Verbleib in der 1. Bundesliga zu sichern. Die nächste Gelegenheit dazu bekommen sie am kommenden Samstag, wenn der 1. FC Nürnberg in der Volkswagen Arena gastiert. Dass die Chancen, hier wieder Punkte zu machen, ganz gut stehen, zeigt ein Blick auf die aktuellen online Sportwetten: Dort ist der VfL klarer Favorit für den Heimsieg. Entsprechend ist die Stimmung trotz miserabler Tabellenplatzierung positiv: „Wir werden zurecht kritisiert“, sagte Marcel Schäfer, „aber gegen Nürnberg werden wir das Heimspiel gewinnen und dann weiter machen.“