Spielbericht: Stuttgart – Wolfsburg

9. Mai 2009 at 17:32

Das Spiel begann direkt mit einem Paukenschlag für die Wölfe. Nach gerade mal 28 gespielten Sekunden musste Benaglio nach einem 11-Meter Kopfball von Nationalstürmer Gomez das erste Mal hinter sich greifen. Die Vorlage lieferte Christian Träsch mit einer Flanke von der rechten Außenbahn, die die Wolfsburger Innenverteidigung eiskalt erwischte. Im weiteren Verlauf entwickelte sich die Partie zu einem körperbetonten Duell, in dem die Stuttgarter jedoch die Oberhand behielten. So konnte Tribünengast Jogi Löw in der 20. Minute das nicht unverdiente 2:0 der Stuttgarter bewundern. Nach langem Ball von Hitzlsperger spielte Cacau den Ball direkt quer zu Mario Gomez, der nur noch in das leere Tor einschieben musste zu Saisontreffer 21.

Auf der Gegenseite tat sich das beste Sturmduo der Liga schwer gegen eine geschwächte VfB-Abwehr und kam kaum zu Chancen. Erst in der 34. Minute hätte Grafite mit einem Flugkopfball nach Hereingabe von Dzeko zum Anschluss kommen können, aber der Brasilianer bekam den Ball nicht aufs Tor. Zwei Minuten später machte es sein Sturmpartner besser; ein Freistoß von der rechten Seite durch Misimovic verlängerte Gentner, Lehmann segelte am Ball vorbei und Dzeko schob den Ball ins Tor. Noch-Trainer Felix Magath musste vor der Pause verletzungsbedingt Spielmacher Misimovic durch Dejagah und Riether durch Zaccardo ersetzen.

In der zweiten Hälfte fand der Spitzenreiter besser ins Spiel, kam allerdings selten zu gefährlichen Möglichkeiten. In der 55. Minute wehrte Lehmann einen Schuss von Schäfer nicht weit genug ab, doch Zaccardo konnte freistehend aus zwei Metern kein Kapital daraus schlagen und setzte den Ball neben das Tor. In der Folgezeit gestalteten die Wölfe weiterhin das Spiel, Stuttgart wartete auf Fehler und konterte. Nach einer gespielten Stunde war es dann soweit, Khedira spielt den Ball auf Gomez, Simunek hebt erst das Abseits auf und ist dann nicht schnell genug zur Stelle und der Nationalstürmer macht das 3:1.

Von der starken Defensive der Rückrunde mit einem Gegentorschnitt von 0,8 pro Spiel war hier nichts mehr zu sehen. In der 77. Minute machte Mario Gomez seine Gala-Vorstellung nach Flanke Lanig mit seinem 23. Saisontreffer perfekt und zerschoss damit Wolfsburg ähnlich, wie diese einige Wochen zuvor den FC Bayern. Kurz vor Schluss hätte Ciprian Marica das Torfest vollenden können, traf jedoch nur die Unterkante der Latte.

Der Kampf um die Meisterschaft ist somit drei Spieltage vor Schluss spannend wie selten zuvor. Die Stuttgarter rücken durch den Erfolg auf zwei Punkte an die Wölfe ran, die punktgleich mit Bayern, aber zwei Toren Vorsprung, auf Platz 1 stehen. Hertha BSC Berlin konnte durch den 2:0 Heimerfolg gegen Bochum seinen 3. Platz festigen und hat mit 59 Punkten einen Zähler Rückstand auf die Spitze.

Stuttgart: Lehmann – Träsch, Boulahrouz, Niedermeier, Magnin – Hilbert, Khedira (83. Simak), Hitzlsperger, Gebhart (46. Lanig) – Gomez (79. Marica), Cacau

Wolfsburg: Benaglio – Pekarik (73. Okubo), Simunek, Barzagli, Schäfer – Josué – Riether (39. Zaccardo), Gentner – Misimovic (39. Dejagah) – Dzeko, Grafite

Tore: 1:0 Gomez (1.), 2:0 Gomez (20.), 2:1 Dzeko (36.), 3:1 Gomez (63.), 4:1 Gomez (77.)

Gelbe Karten: Niedermeier / Dzeko

Wer wird Magaths Nachfolger?

8. Mai 2009 at 17:24

Nachdem Felix Magath am Montag nach langen Spekulationen um seine Personen bekanntgab, dass er zur neuen Saison sein Amt beim VfL Wolfsburg in Richtung Gelsenkirchen verlagert, ranken sich die Gerüchte um seine Nachfolge. Im Folgenden werden wir die  möglichen Kandidaten genauer unter die Lupe nehmen.

Frank Rijkaard: Trainierte zuvor Sparta Rotterdam und den FC Barcelona, jemand seines Kalibers wäre die Optimallösung für die Ambitionen des VfL. Fraglich ist ob er bereit wäre für den Wechsel von der Weltklasse-Mannschaft zum Provinz-Club.

Christoph Daum: Besitzt eine Austiegsklausel beim FC Köln, die einen Wechsel möglich machen würde. Allerdings könnte Daums Bindung zu Köln stärker sein als das internationale Geschäft, dort baut er sich momentan etwas auf.

Marco van Basten: wäre nach seinem Rücktritt in Amsterdam frei, spricht außerdem Deutsch. Sein Können als Trainer konnte er bisher jedoch nur bedingt unter Beweis stellen, rangierte mit Ajax in seiner ersten Saison auf dem 3. Rang.

Michael Laudrup: Ebenfalls ein bekannter Name mit bisher wenig internationalem Erfolg als Trainer. Es sollen auch Sevilla sowie Atletico & Real Madrid an ihm dran sein. Spricht fließend Deutsch.

Armin Veh: Der Stuttgarter Meistertrainer gilt in den Medien als Top-Favorit. Fraglich ob er den Ansprüchen der Wolfsburger gerecht werden kann.

Jürgen Klinsmann: Als Sommermärchen-Trainer gefeiert, in München nach nichtmal einer Saison abgeschossen. War laut Augenzeugen heute im Ritz-Carlton zu sehen, versucht er hier wieder Fuß zu fassen?

Wolfsburg – Hoffenheim: Vorbericht

30. April 2009 at 14:49

Diesen Samstag kommt es im Rahmen des 30. Spieltages zur Begegnung zwischen dem Tabellenführer VfL Wolfsburg und der TSG Hoffenheim. Nach der 0:2 Niederlage in der vergangenen Woche in Cottbus ist die Tabellenspitze dichter zusammengerückt und die Wölfe stehen unter Zugzwang, wenn sie ihren 2-Punkte-Vorsprung halten bzw. ausbauen wollen. Der Gast aus dem beschaulichen Ort Hoffenheim hingegen ist nach einer bisher verkorksten Rückrunde mit elf Spielen ohne Sieg vom 1. Platz in das Tabellenmittelfeld abgerutscht und muss mittlerweile mit neun Punkten Rückstand auf dem 8. Rang auf das internationale Geschäft blicken.

Vergleicht man beide Teams fallen einem sofort einige Parallelen auf. Neben Cottbus sind Hoffenheim (3200 Einwohner) und Wolfsburg (120.000) die beiden kleinsten Bundesliga-Städte, beide haben einen finanzstarken Sponsor im Rücken und beide machten dieses Jahr als Sensations-Mannschaften und besonders durch starke Offensiv-Leistungen Schlagzeilen. Das bisher einzige Duell im Profi-Fußball endete in der Hinserie mit einer 2:3 Auswärtspleite für den VfL Wolfsburg.

Formcheck:

Die Auswärtsniederlage in Cottbus verpasste der ansonsten makellosen Rückrunde einen kleinen Knick, jedoch steht man immer noch an der Spitze der Bundesliga. Fast ebenso makellos ist die Heimbilanz der Wölfe, die letzten 12 Bundesliga-Heimspiele wurden gewonnen und auf eigenem Rasen ist man noch ungeschlagen. Personalnot hat Felix Magath derzeit nicht, jeder Spieler seines 30-Mann starken Kaders steht ihm zur Verfügung, Gelbsperren drohen den Brasilianern Josué & Grafite.
Die Gäste aus Hoffenheim hingegen suchen seit Rückrundenstart nach ihrer Form und haben in letzter Zeit hauptsächlich durch Disziplinlosigkeiten auf sich aufmerksam gemacht. So fehlen Carlos Eduardo und Torwart Haas rotgesperrt. Aus den letzten sieben Auswärtsspielen wurde kein Sieg errungen und jüngst zuhause unglücklich gegen Hertha BSC Berlin verloren. Bei den Hoffenheimern fehlen außerdem verletzungsbedingt Jaissle, Ibersberger, Kapitän Teber und Top-Torjäger Ibisevic. Compper und Nilsson steigen heute wieder ins Mannschaftstraining ein.

Vorraussichtliche Aufstellung:

Wolfsburg: Benaglio – Pekarik, Simunek, Barzagli, Schäfer – Josué – Riether, Gentner – Misimovic – Dzeko, Grafite

Hoffenheim: Hildebrand – Beck, P.Nilsson, Compper, Janker – Vorsah, Luiz Gustavo, Salihovic – Obasi, Sanogo, Ba

Die „Wölfe“ müssen sich am Samstag auf eine Mannschaft einstellen, die von der Form der Hinrunde zwar noch einiges entfernt ist, jedoch relativ befreit aufspielen kann. Das macht sie momentan unberechenbar. Denn Qualität und Spielstärke ist zweifellos vorhanden. Freuen können sich also die Zuschauer. Da sowohl der VfL als auch Hoffenheim offensiv ausgerichtet sind, müsste es eigentlich ein sehr interessantes Spiel werden.