Neuzugänge ohne Durchschlagskraft?

16. Oktober 2009 at 11:32

Große Hoffnungen wurden in unsere Neuzugänge gesetzt. Doch in den letzten vier Pflichtspielen verzichtete Trainer Armin Veh in der Startelf komplett auf sie. Welche Neuen haben überhaupt noch aussichtsreiche Chancen?

Obafemi Martins: Martins ist der mit Abstand beste Neuzugang der „Wölfe“. Er traf bereits einmal mehr als sein Sturmkollege Grafite. Und das, obwohl er nicht einmal ein Drittel der Einsatzzeit des Brasilianers bekam. Veh: „Martins ist immer dicht dran, kann auch von Anfang an spielen.“ Gleichzeitig sagt er ganz richtig: „Er muss aber auch die Tore machen.“ Denn Martins traf bisher nur als Joker. Bei seinen beiden Spielen in der Startelf spielte Martins eher wenig überzeugend, bekam vom „Kicker“ die Noten 4 und 4,5. Zur Zeit hat er trotzdem die Nase deutlich vorne gegenüber Grafite, bei dem in dieser Saison seine alte Stärke zur Schwäche wurde. Nichts ist mehr da von seiner Effektivität, nur noch zwei Tore bei 19 Torschüssen kann er verbuchen. Höchste Zeit, Martins eine Chance gegen Gladbach in der Startelf zu geben.

Karim Ziani: Mit großen Erwartungen wurde Ziani verpflichtet. Mittlerweile kam jedoch die Ernüchterung. Besonders im taktischen Bereich offenbart der Algerier oftmals Schwächen. Der defensiv stärkere und solider spielende Hasebe hat sich den Stammplatz erkämpft. In den letzten beiden Spielen merkte man Ziani seinen Willen wieder an, dazu gehören zu wollen. Er glänzte besonders durch seine Einsatzfreude. Im Spiel gegen Bochum gab er sogar seine erste Torvorlage. Veh ist vom Techniker völlig überzeugt: „Er hat großes Potential. Ziani wird uns noch richtig helfen.“ Es bleibt jedoch abzuwarten, ob er nochmal an die Startelf herankommen kann. Zur Zeit muss er sich mit der Jokerrolle benügen.

Fabian Johnson: Johnson war ganz nah dran an der Startelf, spielte sogar einmal schon von Beginn an. Nach gut einer halben Stunde musste er jedoch raus. Er enttäuschte auf ganzer Linie. Von seinem Ziel, Marcel Schäfer verdrängen zu wollen, scheint er meilenweit entfernt. Gänzlich abgeschrieben hat Trainer Veh ihn jedoch nicht: „Er muss sich wieder hinten anstellen, das ist ganz normal. Das wird schon.“ Fragt sich nur, wie viele Spieler bald auf dem Platz stehen werden, wenn es bei allen schon wird… Bei Johnson sieht er zur Zeit ziemlich düster aus. Er wird sich im Training reinhängen müssen, um noch einmal eine ernsthafte Konkurrenz für Schäfer zu werden.

Thomas Kahlenberg: Kahlenberg ist der am weitesten von der Startelf entfernte Neuzugang. Noch keinen einzigen Einsatz kann der Däne verbuchen. Das liegt jedoch eher an seinen Verletzungen. Kahlenberg ist der große Pechvogel bei den „Wölfen“. In der Vorbereitung verletzt, wurde bald ein Hüftodem diagnostiziert. Zur Reha ist er in seiner Heimat. Er kann zwar schmerzfrei laufen, aber vom Kader ist er weit entfernt. Ob er beim VfL nochmal eine Chance bekommen wird, ist zur Zeit äußerst fraglich. Auch Veh sieht der Sache Kahlenberg düster entgegen: „Wir geben da auch keine Prognosen ab.“ Und das will schon was heißen…